Schadstoffe in Periodenunterwäsche und Stoffbinden?

Schadstoffe in Periodenunterwäsche und Stoffbinden?

Menstruationsunterwäsche und Stoffbinden sind eine bequeme, nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Periodenprodukten. Als ich dann herausfand, dass Schadstoffe in Periodenunterwäsche und Stoffbinden weit verbreitet sind, darunter Biozide und PFAS, war ich ziemlich schockiert. Immerhin trägt man sie an einer der empfindlichsten Stellen des Körpers. Ich bin der Sache auf den Grund gegangen: Was steckt wirklich drin, warum wird es verwendet und wie findest du Produkte die wirklich unbedenklich sind?

Schädliche Chemikalien in Periodenunterwäsche und Stoffbinden

Dass in herkömmlichen Binden oder Tampons Schadstoffe stecken war schon öfter in den Medien. Aber dass auch nachhaltige Periodenunterwäsche oder Stoffbinden schädliche Chemikalien enthalten können ist noch weniger bekannt. Die meisten möchten ja etwas Gutes für die Umwelt und ihre Gesundheit tun indem sie wiederverwendbare Periodenprodukte benutzen. Deshalb ist es wichtig, dass diese Informationen bekannt sind. Lass uns die am häufigsten verwendeten Schadstoffe in Periodenunterwäsche und Stoffbinden mal genauer anschauen.

Was sind Biozide und warum stecken sie in Periodenunterwäsche?

Wenn du dich schon über Periodenunterwäsche informiert hast, bist du vielleicht schon auf das Wort „Biozide“ gestoßen. Aber was steckt eigentlich dahinter?

Biozide sind Substanzen die Bakterien und andere Organismen abtöten oder fernhalten sollen. In Periodenunterwäsche werden sie häufig verwendet um Bakterienwachstum zu hemmen und unangenehme Gerüche zu verhindern. Das klingt erstmal sinnvoll, aber es gibt einen Haken.

Die am häufigsten verwendeten Biozide in Periodenunterwäsche sind Silberchlorid und Zinkpyrithion. Laut Stiftung Warentest[1] enthielten in einem Test von Schweizer Gesundheitstipp in 2024, fünf von zwölf getesteten Periodenslips Silberchlorid. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)[2] rät vom Einsatz dieser Biozide in Textilien ab, da sie allergische Reaktionen auslösen[3] und die natürliche Bakterienflora stören können. Außerdem ist noch nicht ausreichend geklärt ob sie Antibiotikaresistenzen fördern könnten.[4] Kurz gesagt: Wir tragen diese Substanzen an einer der empfindlichsten Stellen unseres Körpers und ihre Langzeitwirkung ist noch nicht vollständig erforscht.

Die gute Nachricht: Nicht alle Produkte enthalten Biozide. Stoffbinden verzichten in der Regel (haha) darauf. Und auch bei Periodenunterwäsche gibt es mittlerweile Hersteller die bewusst auf Biozide verzichten: du musst nur wissen worauf du achten sollst.

Periodenunterwäsche sieht aus wie normale Unterwäsche, aber leider sind nicht alle Produkte frei von Bioziden oder PFAS.

PFAS in Menstruationsunterwäsche und Stoffbinden

Leider können neben Bioziden noch weitere schädliche Chemikalien in Periodenunterwäsche oder Stoffbinden stecken, nämlich PFAS. Das ist ein Sammelbegriff für tausende chemische Substanzen die wasser-, schmutz- und fettabweisend sind.[5] PFAS sind praktisch für Menstruationsunterwäsche da sie das Auslaufen und Entstehen von Flecken verhindern können[6], aber leider haben sie auch Nachteile. PFAS werden auch „Ewigkeitschemikalien“ genannt weil sie weder in der Natur noch in unserem Körper abgebaut werden. Es gibt bereits Belege dass manche PFAS krebserregend[7] sind oder unsere Hormone beeinflussen[8] [9].

Hersteller sind nicht verpflichtet zu erwähnen dass sie PFAS benutzen. Oft sind sie sich selbst nicht mal bewusst dass sie verwendet werden, da PFAS auch versehentlich über die Produktion auf die Menstruationsunterwäsche oder Stoffbinden gelangen können. Eine Studie aus 2023 in den USA[10] hat zehn Menstruationsunterhosen untersucht und fand in vier davon PFAS. In zwei waren die Werte so niedrig, dass die PFAS wahrscheinlich versehentlich während der Produktion oder durch die Verpackung auf die Unterwäsche gekommen sind. In den anderen zwei waren die Werte so hoch, dass sie wahrscheinlich bewusst hinzugefügt wurden. Und selbst in den verbleibenden sechs wurden Spuren von PFAS gefunden. Andere amerikanische Studien haben ebenfalls PFAS in Periodenunterwäsche gefunden.[11]

Möchtest du mehr wissen über Schadstoffe in Periodenunterwäsche und Stoffbinden?

In meinem Online-Kurs „Menstruationsunterwäsche & Stoffbinden: Richtig wählen und pflegen“ gehe ich noch tiefer in das Thema ein. Du erfährst alles über Biozide, PFAS und weitere Schadstoffe die in Periodenunterwäsche oder Stoffbinden stecken können und vor allem: wie du Produkte findest die wirklich unbedenklich sind. Mit konkreten Markenempfehlungen und praktischen Checklisten kannst du ab sofort bewusste Entscheidungen treffen. Und auch das Waschen und Pflegen wird ausführlich erklärt. Denn wenn du mal hochwertige, schadstofffreie Periodenunterwäsche und Stoffbinden gefunden hast, möchtest du natürlich dass sie dir lange erhalten bleiben und hygienisch einwandfrei sind.

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Noch mehr nachhaltige Tipps von Waschbare Welt


Dieser Artikel wurde geschrieben von: Kirsten

Kirsten ist die Gründerin von Waschbare Welt und Nachhaltigkeit ist ihr Herzensthema. Für ihre Kinder waren Stoffwindeln ein logischer Schritt. Seit 2023 ist sie ausgebildete Stoffwindelberaterin und hat schon viele Eltern begleitet. Mit der Zeit kamen weitere Themen dazu: Windelfrei, waschbare Periodenprodukte und Free Bleeding. Auch hier möchte sie Wissen teilen, Unsicherheiten nehmen und zeigen, wie einfach nachhaltige Lösungen sein können. Auf Instagram @waschbarewelt und hier auf waschbarewelt.com findest du Tipps, Erfahrungen und Empfehlungen: ehrlich, alltagstauglich und mit viel Liebe zur Natur.


Fotocredits: Titelbild: Antonius Ferret (Pexels), Unterhose Jeans: Jovan Barretto (Pexels), Frauen mit Periodenunterwäsche: Ai25studioai (Pexels).

Quellen:

[1] Stiftung Warentest: Menstruations-Slips im Test: Jeder zweite mit kritischen Stoffen
https://www.test.de/Menstruations-Slips-im-Test-Jeder-zweite-mit-kritischen-Stoffen-6017282-0/

[2]Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): BfR rät von Nanosilber in Lebensmitteln und Produkten des täglichen Bedarfs ab – Stellungnahme Nr. 024/2010, 28. Dezember 2009
https://www.bfr.bund.de/cm/343/bfr_raet_von_nanosilber_in_lebensmitteln_und_produkten_des_taeglichen_bedarfs_ab.pdf

[3] Utopia: Periodenunterwäsche: Wie empfehlenswert sind Period Panties?, 9. Dezember 2025
https://utopia.de/ratgeber/periodenunterwaesche-wie-empfehlenswert-sind-period-panties_114989/

[4] Deutschlandfunk Nova: Warum Biozide in Periodenunterwäsche umstritten sind, 11. November 2021
https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/menstruation-umstrittene-biozide-in-menstruationsunterwaesche

[5] Von Ocker und Rot: PFAS in Menstruationsprodukten – Gastbeitrag von Marisa Becker
https://www.vonockerundrot.com/de/magazin/gastbeitrag-marisa-becker-ueber-pfas-in-menstruationsprodukten

[6] Time: PFAS ‚Forever Chemicals‘ Are Turning Up in Menstrual Products, 9. Februar 2023
https://time.com/6254060/pfas-period-chemicals-underwear-tampons/

[7] National Cancer Institute (NCI): PFAS Exposure and Risk of Cancer
https://dceg.cancer.gov/research/what-we-study/pfas

[8] National Institute of Environmental Health Sciences (NIEHS): Perfluoroalkyl and Polyfluoroalkyl Substances (PFAS), zuletzt aktualisiert März 2026
https://www.niehs.nih.gov/health/topics/agents/pfc

[9] Mokra, K.: Endocrine Disruptor Potential of Short- and Long-Chain Perfluoroalkyl Substances, International Journal of Molecular Sciences, 2021
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7926449/

[10] Wirecutter/New York Times: We Had 44 Period and Incontinence Products Tested for Forever Chemicals, 10. August 2023
https://www.nytimes.com/wirecutter/blog/forever-chemicals-in-period-incontinence-products/

[11] Mamavation: Best (& Worst) Period Underwear & Period Panties Tested for Indications of PFAS (Verbraucherorganisation, unabhängige Labortests), 24. Mai 2021
https://mamavation.com/health/period-underwear-contaminated-pfas-chemicals.html

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