Es ist klar, dass Stoffwindeln wesentlich weniger Müll verursachen als Einwegwindeln. Die meisten wissen auch, dass Stoffwindeln deutlich weniger Plastik und andere unangenehme Stoffe enthalten. Aber aus welchen Materialien werden die Einlagen für Stoffwindeln eigentlich gemacht? Und welches Stoffwindel Einlagen Material passt am besten zu deinem Baby? In diesem Artikel erfährst du alles über die verschiedenen Materialien, die für das Saugmaterial von Stoffwindeln verwendet werden. Wir verraten dir nicht nur die Vor- und Nachteile der einzelnen Materialien, sondern auch, wie nachhaltig sie sind.
Stoffwindel Einlagen Material: Was steckt in der Windel?
Eine Stoffwindel besteht aus einer wasserabweisenden Außenschicht und einem Innenteil, der Flüssigkeit absorbieren kann. Manchmal sind diese Teile fest miteinander vernäht, aber es gibt auch Stoffwindelsysteme, bei denen die wasserabweisende Überhose und das Saugmaterial separat sind. In diesem Artikel schauen wir uns das Saugmaterial von Stoffwindeln genauer an. Also den Teil, der direkt auf der Babyhaut liegt. Woraus wird es eigentlich gemacht und was sind die Vor- und Nachteile der verschiedenen Materialien? Lass uns die am häufigsten verwendeten Saugmaterialien genauer anschauen.
Baumwolle
Baumwolle ist ein natürliches Material mit vielen Vorteilen: sie ist robust, langlebig, einfach zu waschen und verträgt hohe Temperaturen. Außerdem kann Baumwolle ziemlich viel und schnell Flüssigkeit aufnehmen, was sie ideal für Stoffwindeln macht. Leider gibt es auch eine Schattenseite: die Baumwollproduktion verbraucht viel Wasser und es werden zahlreiche Chemikalien, Düngemittel und Pestizide eingesetzt, die nicht nur der Umwelt schaden, sondern auch den Menschen, die in dieser Industrie arbeiten. Wähle deshalb lieber zertifizierte Bio-Baumwolle.
Hanf
Hanf ist ein natürliches Material und ein echtes Saugwunder. Es ist nachhaltig und kann fast überall auf der Welt wachsen, ohne oder mit nur minimalem Einsatz von Pestiziden und Chemikalien. Auch ist Hanfstoff robust und langlebig – klingt wie das perfekte Material für Stoffwindeln, oder? Doch wie jedes Material hat auch Hanf seine Nachteile. Hanfstoff kann zwar viel Flüssigkeit aufnehmen, aber er saugt langsam und ist relativ hart. Deshalb ist Hanf weniger geeignet für den direkten Kontakt mit der Babyhaut. Es wird empfohlen, immer noch eine schnellsaugende Schicht, wie zum Beispiel Baumwolle oder Bambus, auf eine Hanf-Einlage zu legen. Beachte auch, dass Hanf relativ lange zum Trocknen braucht. Oft wird Hanf daher mit anderen Stoffen wie Baumwolle gemischt.


Hanf und Bio-Baumwolle sind zwei natürliche und nachhaltige Materialien für das Saugmaterial von Stoffwindeln
Bambus
Bambus ist eine sogenannte semi-synthetische Faser. Bambusstoff (auch bekannt als Bambusviskose) hat einen natürlichen Ursprung, da er aus der Bambuspflanze gewonnen wird. Bambus ist eine schnell wachsende Pflanze und benötigt beim Anbau keine Pestizide oder Chemikalien. Klingt nachhaltig, oder? Leider ist der Herstellungsprozess, um den harten Bambus in einen weichen Stoff zu verwandeln, oft weniger umweltfreundlich, da meistens viele Chemikalien eingesetzt werden.
Trotzdem eignet sich Bambusstoff gut für Stoffwindeln, da er angenehm weich ist (weicher als Baumwolle) und viel und schnell Flüssigkeit aufnehmen kann. Ein Nachteil ist jedoch, dass Bambus weniger robust ist als Baumwolle, weshalb er oft mit Baumwolle oder Polyester gemischt wird.
Polyester (Mikrofaser)
Polyester ist eine Kunstfaser. Stoffwindeln aus Polyester sind meist angenehm weich und durch die Mischung mit anderen Materialien wie Bambus oder Baumwolle wird die Windel langlebiger. Das Besondere an Polyester ist, dass es Feuchtigkeit zwischen den Fasern aufnimmt, statt in den Fasern selbst. Dadurch kann es Feuchtigkeit schnell aufnehmen, aber nicht gut halten – ähnlich wie ein Schwamm. Dafür trocknet Polyester jedoch rasch.
Leider hat Polyester auch Nachteile: Es wird aus Erdöl hergestellt und ist daher letztlich eine Form von Plastik. Das vertragen nicht alle Kinder auf der Haut. Ein weiteres Problem ist, dass beim Waschen und Tragen von Polyester Mikroplastik freigesetzt werden kann.


Vier verschiedene Materialien für Stoffwindeleinlagen. Von links nach rechts: 1. & 2. zwei verschiedene Arten 100% Baumwolle, 3.: 60% Bambus und 40% Baumwolle, 4.: 55% Hanf und 45% Baumwolle und 5.: 80% Bambus und 20% Polyester
Stoffwindel Einlagen Material Mischungen
Die oben genannten Materialien für Stoffwindeln werden nicht nur einzeln verwendet, sondern oft auch miteinander kombiniert. So gibt es zum Beispiel Einlagen aus einer Mischung von Baumwolle und Hanf, Baumwolle und Bambus oder Bambus und Polyester – und viele weitere Kombinationen. Durch die Mischung verschiedener Materialien können die Vorteile mehrerer Fasern genutzt werden. Ein Nachteil ist jedoch, dass solche Mischungen schwerer zu recyceln sind. Eine Stoffwindel aus 100% Baumwolle ist einfacher zu recyceln als eine Mischung aus Baumwolle und Polyester, da letztere einen chemischen Prozess erfordert, um die beiden Materialien voneinander zu trennen.
Stoffwindel Einlagen Material: Welches Material soll ich wählen?
Wie du gelesen hast, hat jedes Stoffwindel-Einlagen-Material seine Vor- und Nachteile. Falls du überrascht bist, dass bei fast jedem Material Chemikalien verwendet werden (entweder beim Wachsen des Rohmaterials oder bei der Verarbeitung), vergiss nicht, dass auch in Einwegwindeln viele Chemikalien stecken und Hersteller nicht verpflichtet sind diese zu deklarieren. Bei Stoffwindeln hingegen wird das Material immer transparent angegeben, und die meisten namhaften Marken sind zertifiziert und schadstoffgeprüft.
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- In diesem Artikel bekommst du einen Überblick über die verschiedenen Materialien von Überhosen.
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Quellen: Stefanie Maier: Ausbildung für Stoffwindelberaterinnen, Cosh!: hennep und textiel recyclen, Ecotex: hennep, Het Duurzame Warenhuis: (minder) natuurlijke materialen.
Fotocredits: Titelbild: Kirsten Schoner, Hanf: Ryan Ancill (Unsplash), Baumwolle: sze-yin-chan (Unsplash), Baby: Taisiia Shestopal (Unsplash).
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